Presseauswahl

 

Das 27. Internationale Zeitgenössische Tanzfestival wurde in der vollbesetzten Vytautas Magnus University Hall erfolgreich eröffnet. Diesmal mit einer für die Zuschauer ungewohnten Tanzperformance. Das deutsche Tanztheater „Bodytalk“ und „Aura“ haben ihre kreativen Ideen in einem gemeinsamen Stück vereint. Innerhalb von 45 Minuten wurde dem Publikum eine Vielzahl von Kunstformen geboten: eine Tanzperformance basierend auf theatralischen Elementen, zeitgenössischem Tanz, Live-Musik und Medien. [...] Die Aktion war so schnell, dass der Betrachter sie kaum fassen konnte und nicht wußte, wo und wann er hinschauen sollte. [...] Am Ende der Aufführung blinkt MOSKAUNAS auf. In den Gesichtern des Publikums sind Lächeln und verwirrte Augen zu sehen. Es scheint, als wären die Zuschauer mehr als eine Stunde atemlos ... [aus dem Litauischen]

 

Rimantė Stankūnaitė, teatrai

 

 

Vielleicht fragt das dröhnende und gekonnt mit Angst und Wut spielende „GLÜCK / LAIMĖ \ СЧАСТЬЕ“ nicht nur nach der brenzligen Situation Litauens in Nachbarschaft zum Putin-Russland, sondern auch danach, wieviel Verantwortung jemand hat, der etwas in die Welt setzt, und wenn es nur eine Geschichte ist. [...] Wie die Bodytalks gemeinsam mit den Beteiligten ein Tanztheater erschaffen über eine scheinbar ausweglose gesellschaftspolitische Situation, ohne Lamento, Lecture oder platte Freund-Feind-Zuschreibung, sondern mit Tanzen, was zugleich Selbstbehauptung, Druckablassen, Nichtkleinbeigeben, Gemeinschaftlichkeit und auch Realitätsflucht sein kann, das ist extrem sehenswert.

 

Melanie Suchy, tanzweb

 

 

Und Bodytalk ist wieder für eine Überraschung gut. So stellen sie am Ende eine junge Frau auf die Bühne, die die Arme ausbreitet und gewinnend lächelnd die Zuschauer auffordert, sie zu umarmen. Das Problem ist nur: Sie trägt die Uniformjacke eines russischen Majors. […] Gewöhnlich geht es bei Bodytalk ziemlich turbulent auf der Bühne zu, die dann am Ende einem verlassenen Schlacht-feld ähnelt. Diesmal wird eine strenge Choreografie geboten, bei der man sich wortwörtlich auf des Messers Schneide bewegt, denn hier wird stilistisch in einer Mischung aus Schwanensee und Sozialistischem Realismus eine Geschichte aus der Provinz erzählt. […] Highlights, die trotz großer Unterschiede im stilistischen Verständnis des Tanzes zeigen, welches Potenzial die Zusammen-arbeit von Künstlern aus NRW mit den Tanz-Kompanien Osteuropas hervorbringen kann.

 

Thomas Linden, choices

 

 

„Es ist ein Schnitter, heißt der Tod“, beginnt ein altes Volkslied. Hier ist es gleich eine Meute von Tänzerinnen und Tänzern, die über die Bühne saust und die Sensen schwingt. Niedergemäht werden Kinder. Aus strategischen Gründen gewissermaßen, damit sie nicht feindlichen Mächten in die Hände fallen und dort als Soldaten gegen das eigene Volk missbraucht werden, wie später ein Bänkelsänger erklärt. „Glück“ nennt die Compagnie Bodytalk aus Münster ihr Tanztheater, das in Zusammenarbeit mit dem Aura Dance Theatre aus Litauen entstanden ist und am Mittwochabend im Pumpenhaus zu sehen war. Es ist eine hochtourig, zuweilen übertourig gefahrene Inszenierung, die das Publikum ein knappe Stunde lang mit starken Bildern, treibenden Sounds und dynamischen Tanzszenen in Atem hält.

 

Helmut Jasny, Westfälische Nachrichten

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