Schwerkraft

 

 

 

VON  Yoshiko Waki und Rolf Baumgart

 

VON UND MIT

 

Charlotte Goesaert, Fabio Bello,

Hilke Kluth, Katrin Schyns,

Konstantin Kutepov, Mack Kubicki,

Mimi Jeong, Rainer Kwasi,

Marina Schutte, Sylvana Seddig,

Thomas Achtner,

Nathan und seine Geschwister sowie Zeitzeugen im Film.

 

 

 

Gefördert durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW und das Kulturamt der Stadt Köln.

 

In der Kritikerumfrage der Theaterzeitung aKT als „bestes Tanzstück des Jahres“ genannt.

 

 

Uraufführung: 06. September 2012, Alte Feuerwache, Köln

 

Einige Tänzerinnen und Tänzer scheinen die Schwerkraft überwinden zu können, sie schweben. Wie gesagt, einige scheinen es zu können, andere träumen nur davon. Wie ist es aber, während einer Aufführung in den Tod zu stürzen? Also - fast schwerelos - den Kontakt zum Boden zu verlieren, zunächst?

Als ein Amerikaner nach Köln kam, sagte er: "It is in this spirit that I come to Cologne to see the best of the past, and the most promising of the future. May I greet you with the old Rhenish saying Kölle Alaaf." Oder: Wie wirkt hier das einzigartige Schicksal von James Saunders bis heute auf uns?

 

 

 

Presse

 

 

Das Ensemble bodytalk widmet seine neue Produktion «Schwerkraft» dem US-Amerikaner. Ein überraschend seriöses Sujet. Die Kompanie lässt es ruhig angehen – um dann richtig aufzudrehen. Schöne Assoziationen zum gefährlichen Spiel mit der Schwerkraft ... Eine Frau erzählt von Zuschauern, die nach dem tödlichen Unfall zur Kasse gingen und ihr Eintrittsgeld zurückverlangten. Dann folgt der freie Fall von bodytalk. Sex- und Gewaltorgien, Obszönitäten und Urtriebe... Die Tanzstadt wolle den Tanz in die Mitte der Gesellschaft holen, dann werde aus gesellschaftskritischem Tanz Gesellschaftstanz. Oje.

 

Bettina Trouwborst, Tanz, November 2012

 

 

 

Eigentlich inszeniert „Schwerkraft“ den Begriff Fallhöhe. Eine junge Frau stürzt und wirft sich zu Boden, immer wieder. Die anderen fallen ins Fallen mit ein. Sprung, fallen. Rennen, fallen. Drehen, fallen. Luft-Tsunami, Körperwüten. Was kann auf einen solch star- ken Anfang noch folgen? [...] Schwungvolle Ballettmomente sind nur kurze Erholungen fürs Auge. Der Rest ist Albtraum. Darin ist etwas Wahres...

 

Melanie Suchy, Kölner Stadtanzeiger, 13.9.2012

 

 

 

Die friedliche Eingangsszene in "Schwerkraft“ währt nicht lange. Kaum haben sich die sechs Tänzer von den naturhaft-kahlen Stämmen erhoben, knicken sie auch schon ein, fallen zu Boden... widersetzen sie sich mit teils grotesken Sprüngen der Schwerkraft, fallen zurück in ein zunehmendes Chaos von Sound und Bewegung, kreischen, schreien. Dann reißen sie sich die Kleider vom Leib, bietet eine Tänzerin dem Publikum die Brust zum Saugen, werden mit wippendem Penis Ballett- Exercises ausgeführt, zappelt ein Tänzer erstickend unter einer Plastiktüte, greift sich eine Performerin jauchzend in den Schritt. In rasendem Stakkato fliegen die Körper zum hämmernden Sound, jagen auf der Suche nach dem Ich sich selber hinterher. Angesichts der albtraumhaften Szenerie und derben Anzüglichkeiten mag der Begriff "sensibel" deplatziert wirken. Doch "Schwerkraft" ist eine unerwartet sensible, respektvoll mit Leben und Sterben von Saunders umgehende Inszenierung, die einen berechtigt kritischen Blick auf den Tanz in Köln anno 2012 richtet. Bodytalk, die Stadtstreicher, sind kritisch, provokant, extrem - und für Köln nötiger denn je.

 

Klaus Keil, aKT, Oktober 2012

 

 

 

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