Zig Leiber / Oi Division

 

 

 

VON  Yoshiko Waki und Rolf Baumgart

 

VON  UND MIT

 

Alma Toaspern, Jeanna Serikbayeva,

Katrin Schyns, Charlie Fouchier,

Ronny Hoffmann, Thomas Langkau,

Rafael Weisz, Raj Mandir,

Sylvana Seddig, Florian Keller,

Thomas Achtner, Sylvi Reinhardt

 

Uraufführung: 27. August 2010, LOFFT Leipzig

 

 

Eine Produktion von bodytalk in Koproduktion mit LOFFT.Leipzig

und in Kooperation mit dem Leipziger Tanz Theater LTT.

 

Gefördert durch die Kunststiftung NRW,

den Fonds Darstellende Künste,

den Ministerpräsidenten des Landes NRW

und die Stadt Leipzig, Kulturamt.

 

Ausgezeichnet mit dem Bewegungskunst-Preis für die beste freie Produktion der Spielzeit

 

 

 

Sechs tanzende Desperados und zwei Musiker treffen in einem Trainingslager aufeinander, doch der Kursleiter bleibt unerkannt: Zunächst verdächtig jeder jeden, dann sich selbst, dann spielt es keine Rolle mehr, wenn aus vielen Bewegungen eine Bewegung wird, eine Massenbewegung. Was hat Tanz mit Militanz zu tun?

 

Es gab eine Zeit. Da schmuggelten sich Symboile in die Sprache und auf die Straße, fast unmerklich, denn die Bedoitung erschloss sich

zunächst nicht von selbst, schien Teil von etwas Groißerem zu sein. War es nur oißerlich - wie etwa ein Hakenkroiz, unoiffällig an einer Hoiserwand – oder sollten damit unsere Troime nach Froihoit bezoigt werden, wer woiß? Gehoimnisvoll und oiffentlich: Aus vielen Bewegungen wird eine Bewoigung, ein noies Foier, oin noier Foiertoifel, die Polizoi sortiert in Foindbilder und Froindbilder, Oi! statt Oitupie! Sieg Hoil! Es gab oine Zoit? Die Zoit ist hoite.

 

 

 

 

 

 

Presse

 

 

Warum war dieser Abend fesselnd? Die Gewalt unterm Firnis gesellschaftlichen Miteinanders. Unterdrückte Aggressionen, die heimtückisch und martialisch explodieren. Körpermasse und Macht. Alles wird Gewalt. Jeder wird gewalttätig...In allen tickt die Bombe, auf alle wartet ein Täter, ein Opfer. Und alle werden sie beides sein...Zig Leiber / Oi Division zeigt das Schwein im Menschen und lässt dabei auch mal die Sau raus. Ja, das hat etwas dionysisches, bleibt dabei aber immer klug kanalisiert. Mit viel galligem Humor – und mit der großartigen und live gebotenen Musik... Ekstatische Tanz-Spasmen, eine trotz aller Absurdität Gänsehaut bereitende Polonaise...ein überraschend gelungener Tanztheaterabend.

 

Steffen Georgi, Leipziger Volkszeitung

 

 

 

Das Stück „Oi Division“ verlangt vollen Körpereinsatz... provokatives Tanztheater...war also eine bürger- liche Ästhetik nicht zu erwarten... Trash-Spektakel... Die ironische Spie-gelung bürgerlicher Eskapismen ist eingebettet in ein Spektakel, bei dem keiner heil davonkommt. Die je drei Akteurinnen und Akteure sowie einer der zwei Musiker drangsalieren einander kalt lächelnd und rüde... ironische Momente gibt es zuhauf. Wenn am Ende alle mit Gymnastik-bändern wedeln und brav grinsen, wirkt das nach allem Vorhergehen-den geradezu entwaffnend.

 

Klaus M. Schmidt, WAZ

 

 

 

Born to be wild!

Das Ensemble bodytalk begeistert mit „Zig Leiber / Oi Division“ [...] und hat das Orangerie Theater mit dieser wilden Tanz-, Rock- und Performance-Orgie zum Hexenkessel gemacht.

 

Klaus Keil, tanzwebkoeln,23.11.12

 

 

 

Sie reden Tacheles, aber mit den Körpern. Da ging die Post ab, so entgrenzt tobte das Ensemble „bodytalk“ über die Bühne. Es schenkte sich nichts, uns auch nicht. Die politischen Randerscheinungen tobten sich orgiastisch aus, ironisch und drastisch.

 

H.H. Terschüren, Bonner Rundschau

 

 

 

Aus der Jurybegründung:

 

Das selbstkritische, mithin selbstironi-sche Potential, das Torpedieren, oder im wahrsten Sinne, das mit der Baseballkeule Zerkloppen inhaltlich-ästhetischer Zeitgeist-Theater- Phrasen, ist eine der reizvollen Konstanten dieser Inszenierung. Bodytalk verknüpfen das, was sie zu sagen haben, mit ihrem unmittelbaren Auftrittsort, nichts ist entrückt. Yoshiko Waki löst Genregrenzen mühelos auf [...] Die große Stärke von Zig Leiber/Oi Division liegt nicht zuletzt darin, sich dieser, auch sexuell aufgelade-nen, Aggressionslust anzunehmen. Ihr eine Form zu geben und sie zuende zu denken und auszuspielen. Weniger als Zusammenstoß von Tanz und Realität, sondern vielmehr als ein mitunter irrwitziges Verkeilen dieser beiden Komponenten ineinander. Was daraus entsteht, ist eine ungeheure dynamische Inszenierung, knurrig, grantig, absurd, radikal-konsequent und ohne moralisierenden Gestus.

 

 

 

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